In der Sommerzeit und Grillsaison finden wir sie in Baumärkten, Supermärkten und Tankstellen – die Grillkohle.

Die Verwendung von Holzkohle oder Holzkohlebriketts ist für viele Grillfans unverzichtbar und gibt dem Fleisch den typischen rauchigen Geschmack. Jedoch ist das Grillen mit Holzkohle nicht die umweltfreundlichste Variante. Wir haben uns daher mit Alternativen zur Holzkohle beschäftigt. Eine andere Möglichkeit wäre natürlich auch von einem Kugelgrill auf einen Elektro– oder Gasgrill umzusteigen. Jedoch möchte vielleicht nicht jeder drei verschiedene Grillarten daheim in Garten oder auf dem Balkon haben.

Das Problem mit der Holzkohle

Holzkohle wird, wie sich vom Namen schon ableiten lässt, aus Holz hergestellt. Dazu müssen Jahr für Jahr Wälder gerodet werden. Das Statistische Bundesamt berichtete 2016, dass der Export nach Deutschland im vorangegangenen Jahr 227.000 Tonnen Holzkohle betrug. Der Hauptanteil mit 74.000 Tonnen stammte aus Polen. Darauf folgten Paraguay mit 34.000 Tonnen und Nigeria mit 32.000 Tonnen.

Naturschützer geben an, dass zwei Drittel der Holzkohle von Tropenwäldern stammen, die unter fragwürdigen Bedingungen gerodet wurden. Auf den Verpackungen ist außerdem nicht ausreichend gekennzeichnet, woher die Holzkohle stammt. Selbst wenn sie mit dem Schriftzug „kein Tropenholz“ versehen sind, ist das keine Garantie. Tests zeigten, dass Hersteller auch für diese Grillkohle Tropenholz verwenden.

Alternativen zur Grillkohle

Zum Glück gibt es inzwischen verschiedene Alternativen zur Grillkohle. Für diese muss kein Baum mehr gerodet werden, keine zusätzlichen Transportkosten fallen an und keine Lebensräume werden zerstört.

Die Grillkohle-Alternativen bestehen aus Abfällen, die sowieso bei der Herstellung verschiedener Produkte anfallen. Also, warum diese nicht auch sinnvoll nutzen? So entsteht Grillkohle beispielsweise aus Olivenkernen, Bambus, Kokosnussschale und Weinreben.

Grillkohle aus Olivenkernen

Die Idee, mit kleinen Briketts aus Olivenkernen zu grillen, stammt ursprünglich aus Griechenland. Dort wurden sie anfänglich nur zum Heizen genutzt, bis man die Verwendung als Holzkohleersatz entdeckte. Die Briketts bestehen aus den Resten der Olive, dem sogenannten Trester. Nach dem Ausbrennen von Kalkstein wird der Trester mit Stärke und Wasser gemischt. Aus diesem Gemisch pressen die Hersteller die Olivenkern-Briketts.

Tests zeigten, dass die Briketts durchaus gute Alternativen zur Holzkohle sind. Sie wurden schnell heiß, konnten beim Grillen eine moderate Temperatur halten, es flogen keine Funken und es entwickelte sich kein Rauch.

Grillkohle aus Bambus

Aufgrund der Ausrodung der Wälder und des somit immer weiter schrumpfenden Waldbestandes wird Bambus als Holzersatz genutzt. Bambus wächst sehr schnell. Schon nach drei bis fünf Jahren ist er verholzt und kann geerntet werden. Er dient zur Herstellung von Häusern, Möbeln, Matten, Küchenzubehör und Küchenzubehör. Dabei entstehen Verschnitt und Späne, welche für die Bambus-Briketts genutzt werden.

Grillkohle aus Bambus weist einen höheren Kohlenstoffgehalt als Holzkohle auf und hat somit mehr Energie. Die Briketts entwickeln eine höhere Temperatur und lange Grillabende sind möglich. Die Vorteile liegen hier in der geringen Rauchentwicklung und niedrigen Geruchsbelästigung.

Grillkohle aus Kokosschalen

Bei der Herstellung von Kokosprodukten bleiben zahlreiche Kokosschalen übrig. Diese werden nicht nur zur Dekorationsartikeln und Schmuck verarbeitet, sondern auch zu energiereicher Grillkohle. Ähnlich wie die Grillkohle aus Bambus, sind aufgrund des hohen Kohlenstoffanteils lange Grillzeiten, über mehrere Stunden mit einer hohen Temperatur möglich. Rauch, Geruch und Funkenflug sind kaum vorhanden. Die Besonderheit an dieser Grillkohle-Alternative ist, dass ihr die Briketts aus Kokosschalen zwei bis drei Mal wiederverwenden könnt. Die Glut lässt sich einfach mit Sand löschen. Die wenige Asche, die übrig bleibt, könnt ihr gerne zum Düngen im Garten nutzen. Zu bemängeln ist nur, dass auch die Kokosnüsse bzw. Kokosschalen aus fernen Ländern transportiert werden müssen.

Grillkohle aus Weinreben

Bei der Grillkohle aus Weinreben handelt es sich um getrocknete Weinstöcke von Bio-Winzern. Sie werden jährlich auf Weinbergen eingesammelt und liegen in verbrauchsgerechten Stücken vor. In Sachen Grilldauer und Rauchentwicklung schneidet diese Variante nicht ganz so gut ab wie die drei Vorgänger. Mit ca. 20 Minuten ist die Grilldauer recht kurz. Für Grillwürstchen reicht es aber allemal. Beim Anzünden entwickelt sich ein wenig Rauch, der aber ein angenehmes Aroma hat.

Holzkohle oder Alternativen?

Wenn ihr Wert auf super Grillergebnisse und ökologische Grillkohle legt, dann sind diese Alternativen zur Holzkohle sicher etwas für euch. Da sich kaum bis kein Rauch beim Grillen entwickelt, sind sie auch viel gesünder. Zwar müsst ihr dafür etwas tiefer in die Tasche greifen, aber für die Umwelt und eure Gesundheit lohnt es sich. Erhältlich sind die vier Alternativen bisher in Bioläden, Grillfachgeschäften und online.