Lebensmittelverpackungen aus Aluminium stehen immer wieder in der Kritik, weil die Verwendung von Alufolie, Grillschalen und Co. gesundheitsschädlich sein soll. Tatsächlich eignen sich Aluminiumverpackungen nicht für alle Lebensmittel.

Was ist Aluminium und wie gelangt es in unseren Körper?

Aluminium ist ein Leichtmetall. Es kommt natürlicherweise auf der Erde vor und gelangt durch industrielle Prozesse oder durch die Oxidation von Bauteilen aus Aluminium in die Umwelt. Aluminium ist ein häufig vorkommendes Element der Erdkruste. Es steckt damit auch in pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln wie Gemüse, Salat, Meeresfrüchten, Innereien, Kakao und Tee. Verbraucher nehmen das Leichtmetall hauptsächlich über Lebensmittel und Trinkwasser auf. Aber auch über aluminiumhaltige Verpackungen, Geschirr, kosmetische Mittel wie aluminiumhaltige Antitranspirantien („Deo mit Aluminium„) und Medikamente wie Magensäureblocker nehmen wir Aluminium auf.

Für welche Lebensmittel eignen sich Alufolie, für welche nicht?

Alufolie ist temperaturbeständig und eignet sich für das licht- und luftdichte Verpacken von Backwaren, gekochten Speisen oder Schokolade. In der Aluminiumverpackung bleiben die Feuchtigkeit und das Aroma der Lebensmittel gut erhalten. Nicht geeignet ist die Aluminiumfolie hingegen für feuchte, salzige, saure und basische Lebensmittel wie Wurst, Schinken, Saure Gurken, Laugengebäck, Tomaten oder Sauerkraut. Auch zum Abdecken von Servierplatten mit den genannten Lebensmitteln solltet ihr Aluminiumfolie nicht verwenden. Hier eignet sich Frischhaltefolie besser. Bei Kontakt mit diesen Lebensmitteln können sich durch chemische Reaktionen Aluminiumbestandteile aus der Alufolie lösen und in das Lebensmittel übergehen. Je länger der Kontakt andauert, desto stärker der Übergang des Aluminiums in das Lebensmittel. Aluminiumverpackungen für Getränke und Lebensmittel wie Joghurtbecher, Kaffeekapseln oder Getränkdosen werden auf der Innenseite beschichtet, damit sich das Aluminium nicht herauslöst und in das Lebensmittel übergeht.

Wie gefährlich ist Aluminium?

Zum jetzigen Zeitpunkt können gesundheitliche Risiken durch zu hohe Aluminiumaufnahmen nicht ausgeschlossen werden. Wissenschaftler diskutieren über negative Effekte durch Aluminium auf das Nervensystem, die Knochenentwicklung und die Fruchtbarkeit. Die akute Toxizität von Aluminium über Speisen und Trinkwasser ist gering.

Aluminium wird nur in geringem Maße vom Körper aufgenommen und bei Gesunden üblicherweise über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden. Bei Menschen mit Nierenerkrankungen, insbesondere mit chronischer Nierenschwäche, bei der die Ausscheidungsleistung der Nieren dauerhaft eingeschränkt ist, kann sich Aluminium im Körper anreichern. Auch bei gesunden Menschen reichert sich das Leichtmetall im Laufe des Lebens an. Eine einmalige Zufuhr von hohen Aluminiumkonzentrationen ist nicht bedenklich. Nehmt ihr jedoch regelmäßig größere Mengen auf, könnte dies zu gesundheitlichen Schäden am Nervensystem führen. Eine übermäßige Aluminiumaufnahme wird häufig mit einem erhöhten Auftreten von Demenzerkrankungen wie Alzheimer in Verbindung gebracht. Dies hat sich bisher jedoch nicht bestätigt.

Wie kann die übermäßige Aluminiumaufnahme verhindert werden?

Aus Sicht des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) ist eine unnötige Aluminiumaufnahme bedingt durch den unsachgemäßen Gebrauch von Alufolie, Alu-Grillschalen oder unbeschichtetem Alu-Geschirr vermeidbar. Mit Blick auf die erhöhte Löslichkeit von Aluminium unter dem Einfluss von Säure und Salz sollten diese Produkte insbesondere nicht mit sauren oder salzhaltigen Lebensmitteln in Kontakt kommen. Das heißt Alufolie solltet ihr nicht für das Einwickeln von sauren oder salzigen Lebensmitteln verwenden. Dazu gehören beispielsweise auch aufgeschnittene Äpfel, Tomaten, Rhabarber oder Salzhering.

Auch Laugenbrezeln standen schon auf dem Prüfstand. Hier wurden teilweise erhöhte Aluminiumkonzentrationen gefunden, wenn die Bäcker auf Aluminiumbackblechen die mit Lauge überzogenen Brezeln ohne die Verwendung von Backpapier gebacken hatten.

„Wer nur einmal die Woche eine der Brezeln erwischt, muss sich keine Gedanken machen“, sagt Professor Alfonso Lampen, Leiter der Abteilung Lebensmittelsicherheit beim BfR. „Aber wer über Jahre hinweg täglich beim selben Bäcker eine Brezel mit zu hohen Aluminiumgehalten kauft, muss unter Umständen mit gesundheitlichen Folgen rechnen, die wir noch nicht absehen können.“ Wer sich unsicher ist, kann beim Bäcker nachfragen, auf welchen Blechen gebacken wird und ob Backpapier verwendet wird. Es besteht eine Auskunftspflicht.

Grillen mit oder ohne Aluminiumschale?

Auch beim Grillen in Aluminiumschalen geht das Leichtmetall in das Grillgut über. Die Verwendung von Grillschalen verhindert jedoch das Abtropfen von Fett in die Glut und soll damit die Bildung von krebserregenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, kurz PAKs, verhindern. Vor diesem Hintergrund ist der Einsatz der Aluminiumschalen auf dem Grill vertretbar. Das Grillgut solltet ihr aber möglichst erst nach dem Grillen würzen und salzen. Hier haben wir noch Tipps zur Reinigung eines Grills.