Lahmacun, die türkische Version der Pizza, ist pur und auch mit Salat ein Genuss. Hier findet ihr das Rezept für die knusprigen Teigfladen mit Lammhackfleisch.

Woher kommt die Spezialität Lahmacun?

Ausgehend von den Assyrern im 2. Jahrhundert vor Christus breitete sich das heutige Lahmacun-Gericht zunächst nach Griechenland aus. Anschließend fand es seinen Weg in viele Länder Vorderasiens. Heute handelt es sich um einen traditionellen türkischen Imbiss. In ähnlicher Zubereitung ist Lahmacun nach wie vor auch im arabischen Raum verbreitet.

Die korrekte Aussprache von Lahmacun in Hochtürkisch ist “Lamadschun“, jeweils mit einem kurzen „a“. Jedoch wird die Speise im Alltag auch geläufig mit einem ach-Laut als „Lachmadschun“ ausgesprochen. Übersetzt bedeutet Lahmacun so viel wie „Fleisch mit Teig“. Im Volksmund hat sich inzwischen die Bezeichnung „Türkische Pizza“ durchgesetzt. So findet sich das Gericht tatsächlich auch auf vielen Speisekarten wieder. Jedoch kann diese Bezeichnung falsche Erwartungen wecken, weshalb nicht alle Türkinnen und Türken glücklich mit dem Begriff sind. Denn das, was wir klassisch unter einer Pizza verstehen – Tomatensoße, Belag und viel Käse obendrauf – hat mit diesem Gericht wenig zu tun.

Lahmacun ist deshalb nicht einfach eine Hackfleisch-Pizza. Es zeichnet sich in erster Linie durch einen hauchdünnen belegten Fladenteig aus Hefe aus. Ein naheliegender Vergleich wäre deshalb der Teig eines Flammkuchens. Lahmacun kann auch gerollt werden, ist aber nicht zu verwechseln mit dem gerollten Yufka-Fladenteig des Dürüm-Gerichts.

Lahmacun selber machen

Wenn dich der Heißhunger packt, bekommst du Lahmacun natürlich am türkischen Imbiss deines Vertrauens. Allerdings ist es überhaupt kein Hexenwerk, die Fladen nach türkischer Art selbst zuzubereiten – und es schmeckt meistens sogar noch um einiges besser. Ein Vorteil ist, dass du die Zutaten und Gewürze nach deinem eigenen Geschmack und ganz nach deinen Essensvorlieben variieren kannst. So wird zum Beispiel aus dem „Fleisch mit Teig“ ganz einfach je nach Rezept auch ein schmackhaftes veganes oder vegetarisches Gericht. Auch hast du eine Frische-Garantie, wenn du das Gericht selbst zubereitest. Denn wie bei allem greifen manche Imbisse durchaus auch mal auf Fabrikware zurück.

Lahmacun Rezept – so bereitest du die türkische Spezialität zu

Für den Teig benötigst du Weizenmehl, Hefe, Zucker, etwa einen halben TL Salz, lauwarmes Wasser und ein wenig Olivenöl. Rühre die Hefe mit dem Zucker an und verrühre die Mischung dann zusammen mit dem Mehl, dem Salz und dem Wasser in einer Schüssel. Danach gibst du das Öl hinzu und verarbeitest alles zu einem glatten Teig. Diesen lässt du dann bei Raumtemperatur etwa eine Stunde gehen. Anschließend kannst du den Teig zu millimeterdünnen Fladen ausrollen.

Entscheidend für das Gelingen des Gerichts ist der Belag bzw. die Füllung. Für einen klassischen Belag vermischst du rohes Hackfleisch, wahlweise aus Lamm- oder Rindfleisch, mit Tomatenmark, Zwiebeln, Knoblauch und Paprikamark. Für die Würzung verwendest du Kreuzkümmel, Salz und schwarzen Pfeffer. Wenn du es lieber scharf magst, kannst du auch Pul Biber*, Paprikapulver oder Chili (z. B. 1 TL Chiliflocken) hinzufügen. Du kannst den Belag aber auch nach eigenem Belieben variieren und dir beispielsweise eine vegetarische oder vegane Version zaubern.

Die etwa 80 Gramm schweren Fladen lässt du nach der Zubereitung im Backofen auf einem Backblech auf der untersten Stufe etwa acht bis zehn Minuten backen. Ebenso kannst du Lahmacun auch auf dem Grill zubereiten, am besten mit einem Pizzastein. Je höher die Temperatur ist, desto schneller ist die türkische Pizza fertig. Achte daher beim Backen darauf, dass der Teig nur leicht bräunlich wird.

Der letzte Schliff für ein leckeres Gericht

Nach dem Backen garnierst du die Pizza mit Petersilie, halbierten und entkernten Peperoni oder Paprika und Zwiebelstückchen aus roten Zwiebeln und beträufelst sie mit etwas Zitronensaft. Je nach Wunsch kannst du die leckeren fertigen Lahmacun in kleine Stücke schneiden und mit der Hand essen oder gerollt genießen. Lahmacun lässt sich wunderbar zu einem Salat aus Tomaten, Gurken und Petersilie servieren. Den Salat kannst du nach Wunsch auch direkt auf die Lahmacun geben. Ein Dip mit frischer Minze passt ebenfalls vorzüglich zu dem super leckeren Gericht.

Im Vergleich zum Döner hat Lahmacun übrigens etwas weniger Kalorien. Natürlich ist dies abhängig von den Zutaten, die du für den Belag wählst. Beim Hackfleisch solltest du in dieser Hinsicht darauf achten, dass es möglichst aus einem mageren Filet stammt. Luftdicht verpackt ist das Gericht im Kühlschrank durchaus eine ganze Weile haltbar, sodass du auch noch ein paar Tage davon genießen kannst.


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